Frauen und Mädchen verdienen nicht erst dann Unterstützung, wenn ihr Leben bereits aus dem Gleichgewicht geraten ist. Sie verdienen vielmehr eine Umgebung und eine Gesellschaft, die solche Hindernisse gar nicht erst entstehen lassen. Wir von FRAUEN FÜR FRAUEN verstehen es daher als unsere Aufgabe, gesellschaftliche Missstände, die Frauen und Mädchen benachteiligen, konsequent zu bekämpfen und so Chancengleichheit sowie Geschlechtergerechtigkeit zu fördern.
Gewaltprävention als gesellschaftliche Aufgabe
Da sich diese Herausforderungen nur gesamtgesellschaftlich lösen lassen, richten sich viele unserer Angebote bewusst an eine breite Zielgruppe – einschließlich Männer und Jungen. Unser Ziel ist es, durch Prävention und Aufklärung nachhaltige Veränderungen zu bewirken und die Lebensbedingungen von Frauen und Mädchen dauerhaft zu verbessern.
Gewaltprävention beschränkt sich nicht auf die direkte Thematisierung von Gewalt. Auch Armutsprävention, Demokratieverständnis, gesellschaftliche Teilhabe und Bildungsarbeit tragen dazu bei, Gewalt vorzubeugen. Ökonomische Sicherheit, Aufklärung, Sprachkenntnisse und der Zugang zu Informationen stärken Frauen in einer selbstständigen, gewaltfreien Lebensführung.
FRAUEN FÜR FRAUEN versteht Gewalt als Ausdruck gesellschaftlicher Machtverhältnisse. Daher leisten wir umfassende Aufklärungs-, Bildungs- und Präventionsarbeit. Dazu zählt auch die Umsetzung des Gewaltpräventionsprogramms StoP – Stadtteile ohne Partnergewalt in Mistelbach und Stockerau, wo gemeinsames Hinschauen im öffentlichen Raum gefördert wird.
Darüber hinaus setzen wir Impulse in der Jugendarbeit, etwa mit dem 2024 in Hollabrunn ausgerufenen Jugendwettbewerb „KEINE GEWALT! – EINE GEWALTIGE LEISTUNG?“. Als Vertreterin Niederösterreichs im Frauenbereich in der bundesweiten Plattform gegen Gewalt sowie der Armutskonferenz bringen wir Praxiserfahrungen in überregionale Diskurse ein und setzen uns für wirksame strukturelle Veränderungen ein.
Gewaltschutz auf individueller Ebene
Gewaltschutz bei FRAUEN FÜR FRAUEN bedeutet konkrete Unterstützung für Frauen und Mädchen, die von Gewalt betroffen sind. In unseren Beratungsangeboten und Wohnformen bieten wir Schutz, Stabilisierung, Orientierung und Begleitung in akuten Krisen ebenso wie in länger andauernden belastenden Lebenssituationen.
Ein wesentlicher Bestandteil unserer Arbeit ist die längerfristige Begleitung von Frauen, insbesondere im Rahmen der Wohnbetreuung. Ziel ist es, Sicherheit herzustellen, eigene Ressourcen zu erkennen, Vertrauen aufzubauen und Frauen Schritt für Schritt auf dem Weg zu mehr Selbstbestimmung und Stabilität zu unterstützen.
In der Psychotherapie arbeiten wir zudem traumasensibel mit Frauen, deren psychische Gesundheit durch Gewalterfahrungen beeinträchtigt wurde und begleiten sie bei der Verarbeitung dieser Erfahrungen.
Die juristische und psychosoziale Prozessbegleitung, die wir über viele Jahre im Auftrag des Justizministeriums durchgeführt haben, wird nun in Kooperation mit dem Gewaltschutzzentrum weitergeführt. Diese Zusammenarbeit gewährleistet Kontinuität für Betroffene vor Ort an unseren Standorten und stärkt die spezialisierte Unterstützung entlang der gesamten Versorgungskette. Unsere langjährige Erfahrung aus diesem Bereich fließt weiterhin in unsere Beratungs-, Wohn- und Präventionsarbeit ein.

